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25. Mai 06
WinHEC 2006 (6): Bevor Terabyte an Daten verloren sind...
Das B
etriebssystem sollte Anwender warnen, bevor Festplattenfehler und Datenverluste, Bluescreens oder Kernel/User-Mode-Crashes auftreten. Die Microsoft-Entwickler auf der WinHEC denken ebenso. Doch um es vorweg zu sagen: Eine Lösung ist zwar in Sicht, wird jedoch noch nicht in Vista integriert sein - es handelt sich um ein so genanntes Post-Vista-Feature: PRCS. Wie wichtig dieses aber sein wird, zeigen die Fakten: Festplattenfehler passieren jeden Tag. Anwender merken meist nur nicht, dass sie vorkommen. Ein kurzer Schlag gegen das PC-Gehäuse, zack, wieder ein Block auf dem Platter defekt. Aufgrund der schlanken Bauweise moderner Festplatten vibriert der Arm, an dessen Ende der Schreib-/Lesekopf sitzt relativ leicht und kann dann mit dem Kopf auf die Oberfläche des Platter aufschlagen (punktueller oder linearer Headcrash). Hybrid-Festplatten mit einem Flash-Speicher können das Risiko zwar verringern, wenn öfter der Platter unbewegt bleibt und Daten aus dem Flash-Speicher geladen werden, doch ganz verhindern lässt sich die Gefahr nicht. Und je mehr Blocks defekt sind, desto größer die Gefahr, dass Daten unrettbar verloren sind und dass die Festplatte langsamer und langsamer wird.
Das sind die Fakten: Selbst bei Microsoft sind im Jahr 2003 rund 200 Festplatten pro Monat ausgefallen und mussten ausgetauscht werden. Klar, dass Entwicklungsdaten, die Milliardendollar wert sind, nicht dem Zufall überlassen werden können. Also bastelt Microsoft schon aus Selbstschutz an einem
proaktiven System zur Festplattenüberwachung, die rechtzeitig vor jedem auftretenden Fehler warnen und Daten selbständig retten kann - am besten ohne dass der User etwas davon mitbekommt.
PRCS (Proactive Reporting and Correcting Safeguard)
Moderne Festplatten sind mit jeder Menge Sensoren ausgestattet, die Überhitzung, zu starke Vibrationen und Stöße sowie Dauerbelastungen erkennen und überwachen. Leider werden die erfassten Daten nicht genutzt. Und mit S.M.A.R.T. kennt sich auch kein User und kaum ein Systemprogramm aus - und wenn dann nur Oberflächlich. Fehlermeldungen sind meist kryptisch, der Anwender hilflos. Mit PRCS überwacht das zukünftige Vista (oder dessen Nachfolger mit dem Codenamen Fuji) in Echtzeit den Zustand der Festplatten. Bevor eine kritische Temperatur erreicht ist, wird der User gewarnt und eine Gegenmaßnahme vorgeschlagen: Daten sichern, Temperatur abkühlen lassen, PC ausschalten. Bei einem kurzen Stoß kann PRCS sofort die Integrität der Daten prüfen und den Inhalt fehlerhafter Blocks schnell aus dem Cache auf einen fehlerfreien Block auf der Festplatte sichern. Da die Thresholds, also die Grenzen, bei deren Überschreitung, eine Warnung erfolgen muss, von Gerät zu Gerät unterschiedlich sind, müssen die Hardware-Hersteller mitziehen. Als einer der ersten Festplattenhersteller hat sich Samsung zu PRCS committed, das zwar unabhängig vom Interfacde funktionieren soll, derzeit aber nur mit P-ATA und S-ATA getestet wird.
Posted by Heiko Mergard on Mai 25, 2006 at 06:45 nachm. | Permalink
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