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29. Mai 06
WinHEC 2006 (9): Vista und Longhorn mit eigener Desaster Recovery
Backup- und Imaging-Tool-Hersteller müssen sich jetzt warm anziehen. Microsoft schickt sich an, die Programme für den Massenmarkt überflüssig zu machen. Denn Windows Vista und Longhorn Server beinhalten Tools für einfache Datei-basierte Backups sowie für vollständige Partitions- und Festplatten-basierte System-Images.
Dank Volumen-Schattenkopien lassen sich auch ältere Systemzustände vollständig wiederherstellen. Das Windows Recovery Environment (Windows RE) basiert auf Windows PE (Pre-installation Environment) und lässt sich entweder über die Original Vista-Boot-DVD oder eine eigene Recovery-Partition (als Option für einige OEM-Hersteller) ansprechen. Damit kommen Anwender auch bei einem Totalausfall der Festplatte schnell wieder an ihre Daten und haben binnen Minuten Windows Vista wieder up and running...
Vista wird unverwüstlich
Windows File Backup and Restore orientiert sich an Einsteigern und Consumern, die möglichst einfach ihre Nutzdaten sichern wollen (und sollten). Microsoft ist stolz darauf, dass dieses Feature "Muppet Proof" ist, also so einfach, dass selbst der schwedische Koch aus der Muppet-Show damit umgehen kann. Und in der Tat, Anwender müssen lediglich drei Fragen beantworten (im Rahmen eines Assistenten), dann erledigt Vista den Rest: Wohin sollen die Backup-Daten geschrieben werden? (CD, DVD, Festplatte oder File-Server/Network-Share)
Welche Daten sollen gesichert werden? (Auswahl an Checkboxen für Grafiken, Musik, Video, Dokumente usw. - was für individuelle Anwender zu leicht ist und zu wenige divergierende Optionen offen lässt) Wann sollen die Daten gesichert werden? (Zeitpunkt, Frequenz)
Vista speichert die Backups (die keine System- oder Temp-Dateien enthalten können) in 200 MByte großen ZIP-Files, die über ein Windows-Explorer-ähnliches Interface durchsuchbar und Datei-basiert zu recovern sind. Für die Konfiguration des Backup-Tools sind zwar Admin-Rechte erforderlich, User können aber ihre Benutzerdaten selbständig sichern und wiederherstellen. Die File-Backups lassen sich mittels Vista-Indexer auch durchsuchen.
Spannender ist hingegen das Complete PC Image Backup, eine Block-basierte Disaster-Recovery-Lösung für Einzelanwender und KMUs. Komplette Systembackups lassen sich auch über mehrere DVDs "spannen", wobei alle existierenden Standards unterstützt werden. Die Block-Level-Backups und Restores erfolgen sehr schnell mit etwa 1 bis 2 GByte pro Minute (je nach Hardware und Interface). Auch inkrementelle Images sind möglich, allerdings nur auf NTFS-formatierte Festplatten. Die Image-Files werden im VHD-Format angelegt und lassen sich deshalb auch in virtuelle Maschinen mounten, denn VHD ist das Hausformat von Virtual PC. Beim Restore können Anwender alles wiederherstellen oder auch nur die Systemdaten, um Vista schnell wieder lauffähig zu bekommen.
Für die Wiederherstellung sind endlich keine Floppy-Disks mehr erforderlich, einzig die Vista-Boot-DVD, die das Recovery-Environment enthält (System Recovery Options-Punkt im Installationsmenü der DVD). Das Image-Tool ist jedoch nur in der Business-, Enterprise- und Ultimate-Edition von Vista enthalten.
In Longhorn Server wird es zusätzlich das Windows Server Backup geben, Wie Complete PC Image Backup ist auch dieses Block-Level-basiert, bietet aber mehr Scheduling-Optionen, ein MMC-snap-in sowie ein eigenes Shell-Programm (wbadmin.exe).
Mit dem Recovery Environment in Vista erweist Microsoft Anwendern einen wichtigen und richtigen Dienst, um Daten und System vor gröbsten Ausfällen und Verlusten zu schützen. Allein der Anwender muss diese Funktionen nutzen. Aufgrund des Kostenfaktors (schon in Vista enthalten) und der Einfachheit (wenige Klicks, die Assistenten-gestützt sind) gibt es jedoch keinen Grund für User, auf Backups und Images zu verzichten.
Posted by Heiko Mergard on Mai 29, 2006 at 09:55 vorm. | Permalink
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