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30. Januar 07

Prominente Start-Party für Vista und Office 2007

Vistadvd Noch bevor Bill Gates in den USA den offiziellen Startschuss für die allgemeine Verfügbarkeit von Windows Vista gab, begannen Microsoft Deutschland sowie rund 750 geladene Gäste in München schon das Feiern. Ottmar Hitzfeld und Matthias Sammer (beide Fußballtrainer)kickerten unter dem Gebrabbel zweier Premiere-Sportmoderatoren gegen den deutschen Microsoft-Chef Achim Berg. Dorkas Kiefer (Schauspielerin oder Sängerin oder so) krähte auf der Bühne gegen die murmelnde Masse einige Songs aus ihrer vielleicht irgendwann dieses Jahr erscheinenden CD. Die Schauspieler Fritz Wepper und Udo Wachveitl (beide Schauspieler) ließen sich mit C- und D-Promis ablichten, ertrugen wenig inspirierte Fragen von Gästen. Naja, und dann waren da noch einige andere Prominente, die so prominent waren, dass ich sie nicht kannte...

Vistabox Worum ging es noch gleich? Ach so, Vista. Also, ich habe jetzt eins. Coooool. Ok, ich hatte auch vorher schon eines, aber nur Betas und eine MSDN-Version. Nun so richtig mit origineller halbrunder, halbeckiger Verpackung in schickem Schwarz (Ultimate, Beweis im Bild), das ist schon was anderes. Ja, und das kann jetzt jeder kaufen. Wer sich's eben leisten kann und will. 549 Euro für ein Vista Ultimate, 849 Euro für ein Office Ultimate - echte Inflationspreise. Bezahlen wird die aber ohnehin niemand. Die meisten bekommen Vista, ob sie's wollen oder nicht, als OEM-Version mit dem neuen PC mitgeliefert. Wer im Laden 1000 ehemalige Märker für ein Betriebssystem hinblättert, ist selber schuld.

Günstiger: Der OEM-Trick mit den Starter-DVDs

Wer keinen neuen PC braucht, aber etwas clever ist, der wartet noch ein Weilchen. Denn Microsoft schießt Hunderttausende von Starter-DVDs für 4,99 Euro in den OEM-Handel - freilich ohne Lizenzkey. Wenn jetzt aber ein OEM-Partner von Microsoft, sagen wir, 150.000 Keys besonders günstig kauft, kann er sie auch an jeden Interessenten weiterveräußern - und zwar deutlich günstiger als für 549 Euro. Je nach Marktlage könnten Sparfüchse dann schon bald Vista komplett für 99 Euro kaufen. Und selbst die System-Builder-Version (ohne Box, ohne Support) kostet aktuell nur 189 Euro. Das ist nicht teurer als ein neues MacOS. Rechtliche Probleme sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu befürchten. Und unter Umständen fallen die Preise weiter, wenn nicht genügend Lizenzen verkauft werden. Dann wird es gegebenenfalls Extremschnäppchen bei eBay geben. Hier ist jedoch strikt darauf zu achten, dass es sich um Original-Lizenzen handelt und nicht etwas um von Kriminellen mit Key-Generatoren selbst gebastelte. Einen gutgläubigen Kauf gibt es dabei wohl nicht, und wer auf einen schwarzen Händler hereinfällt, muss mit Strafe rechnen.

Aber auch darum ging es heute abend nicht. Es ging darum, so Martin Bachmayer (Head of Marketing Entertainment and Devices bei Microsoft), dass wir, also die User und ihre Familien bei Vista im Mittelpunkt stehen. Alles, was in Vista drin und dran ist, existiert nur, weil wir es so wollten und weil es das Beste für uns ist. Ok, denk' ich mir... aber ich wollte auch WinFS haben - gibt's nicht; ich wollte auch einen gut bedienbaren Windows-Explorer haben, vielleicht mit Zweifensteransicht - gibt's nicht; ich wollte einen integrierten Virenscanner haben - gibt's nicht; ich wollte keinesfalls ständig Fenster wegklicken, die mich darüber informieren, dass ich für eine Aktion mehr Admin-Rechte benötige - gibt's aber im lockeren Dutzend. Mehr Sicherheit kann eben auch nerven.

Die Präsentationen der feiernden Microsoft-Prominenz machten ganz deutlich: Vista und Office 2007 sind schön, besonders leicht bedienbar und sicher. Aha, sagte man das nicht auch 2001 von Windows XP und Office XP? Hmmm, da muss ich mich wohl verhört haben. Sorry, mein Fehler. Wirklich Neues über Vista gab es natürlich nicht zu erfahren. Zugegeben, für viele ist das alles noch neu. Aber immerhin begleiten wir wenigstens seit 2003 das Thema und arbeiten seit frühen Beta-Versionen mit dem Betriebssystem, das durchaus seine Qualitäten hat und in vielen Aspekten wirklich mehr Sicherheit bietet. Über die Details sowie wertvolle Tipps und Tricks für den Alltag werden wir Sie regelmäßig in PC Professionell und unter www.pcpro.de informieren.

Rim1000 Neuer Ultra Mobile PC mit Vista - mit allem drum und dran

Durchaus interessant war die Vorstellung des neuen Medion Ultra-Mobile-PCs (siehe Bild). Das Teil konnte man nach der CES 2007 in Las Vegas nun auch in Deutschland einmal anfassen - einen Tag vor angekündigtem Marktstart. Und es verspricht ein echter Preisschlager zu werden. Microsoft selbst wagte zwar keine Prognose und von Medion war gerade kein Mensch in der Nähe, doch wird über den großen Teich gemunkelt, dass der Mini-maxi-PC Medion RIM 1000 mit 400-MHz-CPU (VIA C7 M), 512 MByte RAM, 40 GByte Festplatte, WLAN, DVB-t, GPS und Kartenleser und knapp 7-Zoll-Touchscreen rund - na? - unter 1000 Dollar kosten soll. Für den europäischen Markt bedeutet das vielleicht rechnerisch ungünstige 999 Euro (ein typischer Marketing-Preis), doch auch damit wäre das Ding ein gutes Schnäppchen. Vista ist da natürlich inklusive (wenn auch keine Ultimate-Version, sondern wohl die günstige Home Basic; doch auch die soll als Vollversion 259 Euro im Boxenhandel kosten).

Fazit für Kaufinteressenten

Lange Schlangen vor Läden, die Vista nun feilbieten, sind dieser Tage nicht zu befürchten. Sie können sich also Zeit nehmen und mit dem Vista-kauf noch ein paar Tage, Wochen, Monate, J... naja, bis zum nächsten PC-Komplettsystem-Kauf warten. Das ist vielleicht nicht im Interesse Microsofts, aber wie sagte Martin Bachmayer so schön? Vista gibt nichts vor, man muss es nicht nehmen, es ist ein Angebot. Da spricht am Ende dann doch der Monopolist, der sich gerade den Schafspelz überzieht, oder?

Posted by Heiko Mergard on Januar 30, 2007 at 01:15 vorm. | Permalink

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