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13. Februar 07
Alles verboten!
Die Bestimmungen zum Jugendschutz sollen weiter verschärft werden. Laut einer heute vom Bundesfamilienministerium veröffentlichen Pressemitteilung sollen "extrem gewaltbeherrschte Trägermedien (z. B. Computerspiele, Videos, DVD)" automatisch für Kinder und Jugendliche verboten werden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) müsste hier also gar nicht mehr in Aktion treten. Eine "deutlich visualisierte Gewaltanwendung" würde bereits für ein Verbot ausreichen. Derzeit gilt die Gewaltverherrlichung als Indizierungskriterium für Medien. Um Sammlern von Gewaltvideos- und Spielen gleich zuvorzukommen, soll die Liste indizierter Medien künftig nicht mehr veröffentlicht werden. Sehr schade, wir hatten zu C64-Zeiten immer viel Spaß, genau diese bösen Gewaltspiele zu sammeln.
Alles wird gut? Was ist mit deutlich visualisierter Gewaltanwendung im Fernsehen? Der vorgeschlagene Gesetzesentwurf würde strenggenommen auch dieses Medium auf einen Schlag von neun Zehnteln seines gesendeten Inhaltes befreien. Also Kids, denkt Euch schon mal den Fernseher aus Eurem Zimmer weg. Und das Handy auch, wegen Gewaltvideos und so. Statt dessen könnt Ihr mit den Eltern debile Nachmittagstalkshows, die Teletubbies oder das Mutantenstadl genießen und Euch Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen reinziehen. Quasi eine Spielart deutlich visualisierter Gewaltanwendung.
Die Webseite Jugendschutz.net schreibt zum Thema Computerspiele übrigens sehr richtig:
Seit Beginn der Computerspiele-Entwicklung wird die Nutzung und Wirkung
dieses neuen Mediums erforscht, insbesondere im Hinblick auf mögliche
Gewaltwirkungen. Die Ergebnisse sind uneindeutig und widersprüchlich.
Direkte Wirkungen in dem Sinne, dass ein Spieler nach einem
blutrünstigen Deathmatch mit der Pumpgun auf die Straße läuft und dort
wahllos alles abschlachtet, sind nicht nachweisbar. Computerspiele
schaffen keine neuen Einstellungen und Handlungsbereitschaften,
vorhandene Dispositionen werden aber stabilisiert und verstärkt.
Posted by Manuel Masiero on Februar 13, 2007 at 03:03 nachm. | Permalink
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