« HP Photosmart R837: Schönheitschirurgie für 230 Euro | Start | Service Pack 2 für Windows 2003 Server: Mehr Sicherheit, Stabilität und Leistung »
18. März 07
Live-Test: Ulta-Mobile-PC der 2. Generation - Samsung Q1 Ultra
Klein, stark, schwarz? Nein, der Q1 Ultra ist eher klein, schwach, schwarz. Trotzdem ein spannendes Gerät mit jugendlichem Coolnessfaktor und durchaus Business-Tusaglichkeit, wie der erste Praxistest zeigt.
Mit nur 690 Gramm (gegenüber den 780 Gramm des Q1) kommt der Q1U als vollwertiger UMPC samt Windows Vista Home Premium daher. Auf der CeBIT 2007 konnte ich den kleinen Schwarzen nicht nur in Augenschein nehmen, sondern ihn gleich mit einem Belastungstest zum Herzinfarkt bringen: Zunächst Internet Explorer, Regedit, Systemsteuerung, Performance Monitor und Notepad geöffnet, dann ein Musikvideo abgespielt - und die CPU-Last war schon lange bei konstanten 100 Prozent (siehe Fotos im vollständigen Artikel). Das Video lief in Einzelbildschaltung und an flüssiges Arbeiten war nicht mehr zu denken.
Das Todesurteil für den Q1 Ultra?
Keineswegs...
Keineswegs, denn für Megabelastungen wurde er nicht gebaut. Unterwegs in ansehnlicher Auflösung (1024 x 600 Pixel, 7 Zoll WSVGA) und wirklich guter Bildqualität (guter Kontrast, Schärfe und Helligkeit) einen Film schauen, ein Spielchen zocken, Musik hören, im Web surfen und skypen oder auch eine Business-Präsentation vorbereiten. Dafür eignet sich das Q1 Ultra sehr gut. Nur alles gleichzeitig klappt eben noch nicht so gut.
Usability: So liegt er in der Hand
Zunächst fühlt sich das Gerät wie eine zu groß geratenen Tafel Schokolade aus Plastik an. Doch dann möchte man den Q1 Ultra gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Formfaktor ist durchaus gelungen. Denn die Finger haben genug Raum am robuten Gehäuse. Doch es gibt auch Grund zu meckern: Der Klappmechanismus zum Aufstellen des Geräts (wie einen Bilderrahmen) ist so billig gearbeitet, dass ich jederzeit fürchte, ich könnte das Testgerät beschädigen. In unvorsichtiger Hand ist der Aufsteller schnell zerbrochen.
Ein schwerer Patzer ist freilich die On-Board-Mini-Tastatur: Nicht nur dass sie dem QWERTY-Standard folgt, statt QWERTZ, nein, die Tasten sind so winzig, dass man schnell daneben oder zwei Tasten drückt. Wechselt man dann von Finger auf Fingernagel zum Tippen, stellt man fest,dass die Tasten zu rund sind und man zu schnell abrutscht. So dauert ein fröhlich formulierter Einzeiler auch mal einige Minuten... Zur Belohnung für Dennoch-Tipper gibt es aber vier U-Tasten, die User individuell mit oft benötigten Funktionen bestücken können.
Als Alternativen bieten sich dann schnell an: zwei On-Screen-Tastaturen sowie die handschriftliche Eingabe per Stift. Bei längeren Texten bietet sich indes an, eine externe Tastatur per USB anzuschließen. Wer statt Touchpad doch lieber eine Maus nutzen möchte, kann diese ebenfalls per USB anschließen.
Sehr gewöhnungsbedürftig ist das in den linken Rahmen eingelassene Track-Plättchen, das an einen platt gedrückten Trachball/-stick erinnert. Die Mausersatz-Tasten sind im rechten Rahmen eingelassen und sehr klein. Als Rechtshänder hätte ich mir zudem eine entgegengesetzte Anordnung gewünscht.
Der UMPC als digitaler Schminkspiegel
Mit zwei integrierten Kameras, je eine auf der Vorder- und Rückseite, lassen sich unterwegs nicht nur schnell Fotos von sich und der Umgebung machen, sondern auch Videos. Per Live-Preview eignet sich der Q1 Ultra dann auch als digitaler Spiegel. So lässt sich vor dem nächsten Meeting besonders schnell prüfen, ob die Perücke noch nichtig sitzt ;-))
Damit wird der Q1 Ultra aber vor allem zu einem gut handlebarem Kommunikations-Device, mit der man Video-VoIP mit Live-Bildern von sich und der Umgebung senden kann.
Für die Datenkommunikation stehen 802.11 b/g-WLAN, HSDPA/WIBRO und Bluetooth sowie 10/100 Ethernet zur Verfügung.
Der Q1 Ultra - eine sichere Investition?
Dank integriertem Fingerprint-Scanner lässt sich das Gerät gegen unbefugte Benutzung gut sichern. Die verbaute 60-GByte-Festplatte sollte man mit EFS (Encrypting File System) verschlüsseln, dann sind zumindest die Geschäfts- und persönliche Daten für Diebe wertlos. Ansonsten wird ein liegen gelassener Q1 Ultra schnell in fremden Fingern landen, denn das Gerät hat durchaus anziehende Wirkung, wie ich selbst feststellen konnte: Neben mir stand ein Ehepaar. Der Mann wurschtelte gerade mit dem Vorgängermodell Q1 herum und tat besonders fachmännisch, wollte seiner Frau auch einiges zeigen. Doch sie lugte beständig zu mir herüber, naja, nicht zu mir, sondern zum Q1 Ultra, den ich in Händen hielt und dem ich munter Bilder, Videos, Sounds, Graphen und - juhuu - Fehlermeldungen entlockte, naja, so ein "Home Premium" ist eben kein Vista Ultimate ;-))
Das ist drin - für den Preis
Die endgültige Ausstattung des für Mai für die Auslieferung angekündigten Geräts wollte man mir noch verheimlichen. Doch neben den neuem UMPC-Chipsätzen von Intel für System und Gafik soll es 1 GByte RAM (ich hätte aber gerne 2), eine 1,8 Zoll kleine 60 GByte-HDD (hmmm, warum nicht 120?) sowie ein Li-Ionen-Akku mit 4 Zellen, die wohl gut 2 Stunden halten dürften (optional auch mit 6 oder 8 Zellen für bis zu 8 Stunden Dauerbetrieb - vermutlich mit Notepad-only-Betrieb ;-)). Auch zwei 1,5 W-Lautsprecher sind integriert sowie 1 SD-Kartenslot, 2 x USB 2.0, ein Mikro, zwei Kameras. Ein externes DVD/RW-Combo-Laufwerk kann man hinzukaufen. Vermisst habe ich noch ein integriertes DVB-t- oder DMB-Modul. Ersteres wird es wohl nicht geben, zweiteres nennt Samsung eine "Factory Option" - ok, an welchen Fabrikleiter muss ich mich wenden, wenn ich DMB haben will?
Natürlich hätte man mehr und Komponenten mit größerer Kapazität verbauen können, aber Samsung will die psychologische Preisbarriere von 2000 Euro nicht durchbrechen (für mich ist schon die 1000 -Euro-Barriere ein Hindernis). Den finalen Ausbau - auch hinsichtlich vor-installierter Applikationen wollte mir Samsung noch nicht verraten.
Fazit: Kleiner digitaler Freund, der die Lücke zwischen PDA (zu wenig Funktionen) und NOtebook (zu groß, zu schwer) gut schließt und sich vor allem eignet für etwas Verspielte mit viel Geld in der Tasche, die einen fast kompletten Vista-PC in ebendieser mitführen wollen. Das Gerät macht in jedem Fall Spaß und liegt gut in der Hand. Etwas mehr RAM und CPU-Power täten gut, zwängen aber die Akkuzellen in die KNie. Für einen Ausdauer-Test der Standard-Akku-Bestückung reichte die Zeit jetzt leider nicht, wir holen das aber mit einem intensiven Labortest bei PC Professionell nach.
Posted by Heiko Mergard on März 18, 2007 at 11:07 vorm. | Permalink
TrackBack
TrackBack-Adresse für diesen Eintrag:
http://www.typepad.com/services/trackback/6a00d83451bdb469e200d83540e2e153ef
Listed below are links to weblogs that reference Live-Test: Ulta-Mobile-PC der 2. Generation - Samsung Q1 Ultra:




