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26. April 07
Holodecks: Virtuelle Welten in Second Life
Holodecks gibt es nur bei Raumschiff Enterprise? Falsch. Holodecks gibt es auch in Second Life – und zwar bei Inside This World. Sie kosten allerdings, bis zu 9000 Linden-Dollars in der Production-Edition. Die Demo-Version kostet hingegen nur einen symbolischen Linden Dollar, doch damit lässt sich auch nicht viel anfangen.
Demo Holodeck
Das Demo Holodeck ist ein 15 x 20 Meter großes und 10 Meter hohes Gebäude mit einem einzigen Raum: dem Holodeck. Die Besonderheit des Raumes: er kann auf Knopfdruck sechs vordefinierte Szenen darstellen. Eine Szene zeigt beispielsweise ein Schlafzimmer und besteht aus einem Bett, zwei Sichtschutzwänden und einem Teppich. Um den Raum zum Beispiel in eine Disco zu verwandeln, genügt ein Klick auf die weiße Kontrollschaltfläche in der Nähe der Türe und die Auswahl der Option Dance Club im Menü. Wenige Sekunden später, die Möbel sind verschwunden und wo vorher das Bett war, steht jetzt eine Bar. Klar, ein Schlafzimmer in eine Disco zu verwandeln, macht erstmal wenig Sinn, obgleich es durchaus seinen Reiz hat. Doch wer in seinem Domizil an Platz beziehungsweise Prim-Mangel leidet, für den könnte das Holodeck eine interessante Sache sein, die allerdings einen Haken hat: Die Demo-Version erlaubt keine benutzerdefinierten Szenen.


Preis: 1 L$
Rechte: copy, no modify, transfer
Fazit: Das Demo Holodeck bietet einzig und allein vordefinierte Szenen zur Auswahl.
Note: befriedigend
Leistung (40 %): ungenügend
Ausstattung (30 %): befriedigend
Bedienung (30 %): gut
Simple Holodeck
Dazu muss man dann schon tiefer in die Tasche greifen. Das Simple Holodeck, Kostenpunkt bei 500 L$ und baugleich mit dem Demo Holodeck, erlaubt es immerhin, hinzu gekaufte Szenen abzurufen. Neue Szenen können aber auch damit nicht erstellt werden. Zu kaufen gibt es vorgefertigte Szenen außerdem nur bei Inside This World – für 500 L$. Der Import neuer Szenen ist zwar aufwendig, aber, da dies ohnehin nicht jeden Tag ansteht, ist es noch erträglich. Ärgerlich ist hingegen, dass das Holodeck Änderungen an einer Szene nicht speichert. Somit eignet sich das Simple Holodeck vielleicht als Kulisse für virtuelle Photoshootings, aber Shop-Betreiber brauchen mehr Funktionalität.
Preis: 500 L$
Rechte: no copy, no modify, no transfer
Fazit: Das Simple Holodeck erlaubt den Import neuer Szenen.
Note: befriedigend
Leistung (40 %): befriedigend
Ausstattung (30 %): befriedigend
Bedienung (30 %): gut
Production Holodeck
Die gibt es erst in der Production-Edition, die auch das Erstellen eigener Szenen ermöglicht. Zudem ist der Hausbesitzer nicht gezwungen, dass (wenig ästhetische) Holodeck-Gebäude zu nutzen, sondern kann das Holodeck in seine vorhandenen Räumlichkeiten integrieren. Das kostet allerdings. Stolze 9000 L$ sind für das Production Holodeck zu bezahlen. Die Installation des Production Holodecks in ein Gebäude geht schnell und unkompliziert vonstatten. Schwieriger ist es dagegen, eine neue Szene zusammenzustellen. Hierfür muss den zugehörigen Objekten ein spezielles Script hinzugefügt werde, bevor diese zusammen mit einem weiteren Script in ein Container verpackt werden, der schließlich als Szene dem Holodeck hinzugefügt werden kann.
Preis: 9000 L$
Einschränkungen: no copy, no modify, no transfer
Fazit: Das Production Holodeck speichert und lädt eigene Szenen.
Note: gut
Leistung (40 %): gut
Ausstattung (30 %): gut
Bedienung (30 %): gut
Holodeck-Business
Ob der Preis von 9000 L$ gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Lohnend kann es für Besitzer eines Production Holodecks werden, wenn er seine Szenen verkauft, jedoch ausschließlich über Inside This World und auf Provisionsbasis. Um den Markt mit Holodeck-Szenen in Gang zu bringen, verschenkt Inside This World auch Production Holodecks, vorausgesetzt, dass der Empfänger vorher fünf Szenen entwirft und bei Inside This World zur Begutachtung einreicht. Sofern die Szenen den Ansprüchen der Firma genügen, gibt es im Austausch dafür ein kostenloses Production Holodeck.
Fazit
Die Holodecks sind eine pfiffige und gleichermaßen nützliche Idee. Sie nutzen geschickt die Möglichkeiten (Scripting und Inventories) von Second Life aus, um die Begrenzungen (Prim-Beschränkung und Platzmangel) der virtuellen Welt zu umgehen. Sie haben aber auch ihre Grenzen: So werden Änderungen an einer Szene nicht automatisch gespeichert und es lassen sich nur solche Objekte in eine Szene aufnehmen, die auch kopierbar sind.
Glossar
Rechte: no copy, no modify, no transfer
Second Life verfügt über ein ausgeklügeltes Rechtemanagementsystem – besser bekannt als DRM-(Digital-Rights-Management)-System. Ohne dieses System würde der Handel virtueller Güter keinen Sinn machen. Gäbe es beispielsweise keinen Kopierschutz, würde niemand Güter kaufen, sondern einfach nur kopieren. Deshalb können Verkäufer ihre Produkte als nicht-kopierbar auszeichnen. Der Text „(no copy)“ im Objektnamen zeigt genau dies an. Weitere Attribute sind „no modify“ und „no transfer“, um Objekte vor Änderungen zu schützen beziehungsweise um zu verhindern, dass Objekte weiterverkauft oder verschenkt werden. [Martin Pitre]
Posted by PCPro on April 26, 2007 at 04:44 nachm. | Permalink
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