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23. April 07
SL: Erste Schritte im zweiten Leben
Wer schon mal in eine neue Stadt gezogen ist, kennt das Problem. Den Anschluss an neue Freundeskreise zu finden, ist nicht immer leicht. Denn zunächst einmal gilt es in Erfahrung zu bringen, wo man überhaupt erste Kontakte knüpfen kann. Doch um das herauszubekommen, braucht es wiederum erste Bekanntschaften.
Richtig schwierig wird es, wenn man sich dazu noch in einer Umgebung bewegen muss, die erstmal vollkommen neu und ohne Orientierungshilfe ist – so wie Second Life. Doch wie im Real Life gilt: wer den Einstieg erstmal geschafft hat, kommt schnell weiter. Und so widmet sich die erste Ausgabe des virtuellen Testlabors dem Thema „Deutschsprachige Treffpunkte“. [Martin Pitre]
Biergarten
Am Ende der Schopenhauerstraße gelegen, ist der Biergarten das einzige Gebäude auf dem Sim Mann – benannt nach Thomas Mann. Auch auf dem Nachbarsim Rilke findet sich weit und breit kein anderes Gebäude. Dennoch, der Biergarten ist stets gut besucht, denn er ist die erste Anlaufstelle für Newbies. Dementsprechend gibt es hier allerlei Kurioses zu bewundern. Jeder versucht zu zeigen, was er im zweiten Leben bereits kann oder eben noch nicht kann. Und wenn das nicht hilft, um Aufmerksamkeit zu erlangen, dann wird schon mal geschrien – im Chat versteht sich.
Ort: Mann 168, 255, 25
Fläche: 4192 sq. m.
Traffic: 26141
Sims: 1
Mature: Ja
Prims: 1373
Fazit: Der Treffpunkt für Newbies
Note: befriedigend
Atmosphäre (30 %): befriedigend
Attraktivität (40 %): befriedigend
Verfügbarkeit (30 %): gut
Deutsche Burgruine
In der Nähe des Biergarten gelegen, auf dem Sim Frisch, befindet sich zwischen zwei Flüssen auf einem Hügel die deutsche Burgruine. Und tatsächlich, die Mauern und Türme erinnern an eine Burg, wie man sie hierzulande mancherorts bestaunen kann. Einige kennen die Burg bereits – sie beinhaltet den Orientierungsparcours für die deutschsprachigen Neuankömmlinge. Ein zweiter Besuch lohnt sich aber allemal, sei es um einfach ins Gespräch mit anderen zu kommen oder den Frischlingen beim Einstieg ins zweite Leben mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Besitzer: Governor Linden
Ort: Frisch 192, 160, 0
Fläche: 24576 sq. m.
Traffic: 20367
Sims: 1
Mature: Ja
Prims: 2453
Fazit: Tolle Kulisse für gemeinsame, aber auch einsame Entdeckungstouren
Note: gut
Atmosphäre (30 %): sehr gut
Attraktivität (40 %): gut
Verfügbarkeit (30 %): befriedigend
NEON
Im NEON, der selbsternannten „Heimat der SL-Feierschweine“, ist immer was los – selbst noch frühmorgens und das unter der Woche. Die Disco mit freiem Eintritt und deutschsprachigem Publikum liegt auf dem gleichnamigen Sim NEON in mitten zahlreicher Geschäfte und neben dem Arbeitsamt von SLinside.de. Die Gründer, Kristina Simon und Phar Hand, hatten das NEON im Mai 2006 aus dem Bedürfnis heraus gegründet, einen Ort (damals noch auf dem Freihafen gelegen) ohne Kommerz und Sex zu schaffen. Das ist ihnen gelungen. Bis auf einige wenige und zudem dezente Werbetafeln im Foyer ist das NEON kommerzfrei. Wer will, kann am Eingang ein paar Linden Dollars spenden, oder ein paar Runden Bowlen, für läppische 20 L$. So richtig funktionieren tut das aber noch nicht. Selbst das Bier – zur Auswahl stehen unter anderem Budweiser und Heineken – sowie die Cocktails sind umsonst. Wer schließlich nach einer heißen Partynacht eine Abkühlung braucht, findet draußen eine Wasserrutsche, die direkt ins virtuelle Nass führt.
Besitzer: NEON Management
Ort: NEON 199, 61, 30
Fläche: 9408 sq. m.
Traffic: 20572
Sims: 1
Mature: Ja
Prims: 920
Fazit: Die angesagteste deutschsprachige Disco in Second Life
Note: gut
Atmosphäre (30 %): gut
Attraktivität (40 %): sehr gut
Verfügbarkeit (30 %): befriedigend
Strandclub
Der Strandclub ist ein gemeinsames Projekt von SL Deutschland, der deutschen Second-Life-Gemeinde, und Anshe Chung, der bekannten Maklerin. Auf seinem Gelände beherbergt der Strandclub neben einer Freilufttanzfläche und einer tropischen Cocktailbar auch das GNC, das German Newbie Center. Hier finden sich eine Reihe von deutschsprachigen Tutorials sowie ein Konferenzraum, der für Veranstaltungen rund um Second Life zur Verfügung steht. Nicht nur wegen der zahlreichen Newbies, die hier erste Kontakte schließen, ist der Strandclub einen Besuch wert. Auch die Umgebung aus Palmen, Strand und Meer ist absolut sehenswert.
Besitzer: SL Deutschland
Ort: Die Insel 132, 136, 23
Fläche: 16384 sq. m.
Traffic: 44717
Sims: 1
Mature: Ja
Prims: 2645
Fazit: Die Insel beheimatet das German Newbie Center sowie eine gut besuchte Discothek.
Note: gut
Atmosphäre (30 %): sehr gut
Attraktivität (40 %): gut
Verfügbarkeit (30 %): befriedigend
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Glossar
Besitzer: Testlab Intern
Der Name des Avatars oder der Gruppe, dem beziehungsweise der das Land gehört, auf dem das Gebäude steht.
Ort : Perlenstrand 135, 37, 23
Eine Ortsangabe in Second Life setzt sich aus dem Namen des Sims (hier „Perlenstrand“) und den drei Ortskoordination x, y und z zusammen. Die Koordinaten x und y sind relativ zu der linken unteren (südwestlichen) Ecke des Sims. x gibt die horizontale und y die vertikale Entfernung von diesem Ursprung an. Die z-Koordinate steht für die Höhe.
Ein Sim ist die Grundeinheit in Second Life und entspricht einer Fläche von 65535 Quadratmetern. Der Name „Sim“ rührt von dem Begriff „Simulator“ her. In früheren Versionen von Second Life entsprach ein Sim genau einem Rechner bei Linden Lab.
Fläche: 5120 sq. m.
Ein Sim ist meist in mehrere Parzellen unterteilt, die jeweils von verschiedenen Personen oder Unternehmen genutzt werden. Die Größe einer Parzelle wird in Second-Life-Quadratmetern gemessen.
Traffic: 216
Die Popularität einer Parzelle, und damit des Geschäfts, der Disco, etc., das auf dieser Parzelle steht, wird mittels eines komplizierten Verfahrens gemessen und als Traffic angegeben. Der Traffic-Zähler berücksichtigt nicht nur die Anzahl der Avatare, die das Grundstück besuchen, sondern auch deren Verweildauer auf dem Grundstück relativ zu der Zeit, die sie am jeweiligen Tag insgesamt in Second Life verbracht haben.
Sims: 1
Maximal 40 Leute passen auf einen Sim. Dann macht Linden Lab die Schotten dicht, um den Lag, also die Verzögerung bei der Darstellung des Sims, nicht ausufern zu lassen. Einige Sims haben ein Maximum von 50 oder gar 60 Avataren. Doch dann ist Schluss. Um diese Begrenzung zu umgehen, verteilen findige Häuslebauer ihre Gebäude einfach auf zwei oder gar vier Sims, indem sie einfach die Ränder beziehungsweise Ecken besetzen.
Mature: ja / nein
Wie auch im First Life, gibt es in Second Life Orte, die man nicht besuchen sollte, will man nicht mit allzu nackten Tatsachen oder gar pornografischen Szenen konfrontiert werden. Auf Regionen, die als Mature eingestuft sind, darf derartiges gezeigt werden. Auf allen anderen Regionen gilt: hier ist nur jugendfreies erlaubt.
Prims: 899
Alles in Second Life, angefangen bei den Häusern, der Vegetation und selbst die Kleidung der Avatare, besteht aus Prims, den Primitives. Ein Quader oder ein Zylinder ist beispielsweise eine solche Grundeinheit. Die Anzahl der Prims innerhalb einer Parzelle lässt Rückschlüsse auf die Komplexität des Gebäudes zu – die Zahl kann aber auch ein Beleg dafür sein, dass einfach schlecht, also verschwenderisch gebaut wurde.
Atmosphäre: sehr gut bis ungenügend
Ein italienisches Restaurant sollte, sei es auch virtuell, eine Stimmung verbreiten, die an den Besuch eines italienisches Restaurants erinnert. Manch virtuellem Architekten gelingt dies gut, manch anderem eher schlecht. Dies hängt von vielem ab: von dem Detailreichtum der Umgebung, der Originalität der Texturen, der Interaktivität der Gegenstände, den Geräuschen im Hintergrund oder den Avataren, die sich ebenfalls an dem Ort aufhalten.
Doch nicht jede Attraktion in Second Life ist schlicht ein Abbild der Realität. Manche Orte sind einzigartig. Aber auch sie strahlen im besten Fall eine Atmosphäre aus, die den Besucher vergessen lässt, eine virtuelle Welt zu betreten. Sie fangen den Menschen hinter dem Bildschirm ein.
Attraktivität: sehr gut bis ungenügend
Es gibt in Second Life Orte, die kann man bewundern wie ein Kunstwerk, aber eben nicht mehr. Andere Orte laden gerade dazu ein, mit oder auf ihnen zu spielen. Die Attraktivität eines Ortes beschreibt die Qualität und Menge der Angebote einer Lokalität wie beispielsweise einer Disco, einem Casino, einer Shoppingmall, etc. Sie ist ein Maßstab dafür, ob ein Ort überhaupt Besucher anlockt und ob diese wiederkommen.
Verfügbarkeit: sehr gut bis ungenügend
Manche Etablissements, vor allem die zwielichtigen, haben eine so hohe Attraktivität, dass die Obergrenze von 40, 50 oder 60 Avataren schnell erreicht ist. Dann muss man warten – mal mehr und mal weniger lange.
Zudem gilt: um so mehr Prims und Avatare sich gleichzeitig auf einem Sim befinden, um so mehr muss der Rechner am anderen Ende der Leitung, in den Serverhallen der Firma Linden Lab, rechnen. Rechnet er zu lange, gibt es auf der anderen Seite, also in der Second-Life-Anwendung, eine Verzögerung bei der Darstellung – Lag genannt. Die macht sich besonders beim Laufen bemerkbar. Daher der Tipp: nach dem Teleport erstmal warten, bis alles geladen ist, und dann erst loslaufen.
Posted by PCPro on April 23, 2007 at 09:56 vorm. | Permalink
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